Eröffnung von A bis Z ein voller Erfolg

Eröffnung im Haus der Geschichte. (Foto: Haus der Geschichte/Werner Kuhnle)

Die Ausstellungsintervention „Überlebensgeschichten von A bis Z“ ist am 19. Februar 2017 eröffnet worden. Die Projektbeteiligten Rajab Abd Almuati, Arnaud Frejus Sadio Kanouo vom Refugee Radio des Freien Radios für Stuttgart und Siba Naddaf haben in zwei Beiträgen in zwei Reden ihre Perspektiven auf das Projekt und auf die Situation von Geflüchteten in Deutschland vorgestellt. Die beiden Redakteure berichteten von den Chancen, die ihnen die selbstbestimmte Arbeit beim Refugee Radio bietet. Siba Naddaf erzählte von den Barrieren, die es als Geflüchtete in Deutschland zu überwinden gilt.

Arnaud Frejus Sadio Kanuou und Rajab Abd Almuati. (Foto: Haus der Geschichte/Werner Kuhnle)
Siba Naddaf. (Foto: Haus der Geschichte/ Werner Kuhnle)

Begleitet wurde die Eröffnungsfeier von den iranischen Musikern Keyvan Bahonar und Sasha Motaghi. Projektteilnehmer Nour Katab gab im Anschluss die erste Führung durch die Ausstellung. Der junge Syrer stellte unter anderem auch die Vitrine Z wie Zulassung vor, die von seinen Bemühungen um einen Studienplatz in Deutschland erzählt.

Nour Katab führt durch die Ausstellung. (Foto: Haus der Geschichte/Werner Kuhnle)
Projektbeteiligter Bahram Danesh mit dem Ausstellungskatalog „Überlebensgeschichten von A Bis Z“. (Foto: Haus der Geschichte/Werner Kuhnle)

Projektbeteiligte aus Stuttgart, Loßburg, Ochsenhausen oder Weissach haben den Weg auf sich genommen, um bei der Eröffnung der Ausstellung dabei sein zu können. So hatten die Besucher die Möglichkeit die Menschen hinter den Vitrinen kennenzulernen und Fragen zu stellen. Viele Projektteilnehmerinnen tauschten sich über ihre Mitarbeit an der Ausstellung aus oder nutzten die Möglichkeit das Haus der Geschichte näher kennenzulernen. So saßen die meisten Besucherinnen und Projektbeteiligten im Anschluss an die offizielle Eröffnung noch lange bei lebhaften Gesprächen zusammen.

Besucherinnen vor der Vitrine U – Untergehen. (Foto: Haus der Geschichte/Werner Kuhnle)

 

 

Ein Blick hinter die Kulissen: Die Exponate ziehen ein

Mit dem Glassauger wird die Vitrine geöffnet. (Foto: Haus der Geschichte)
Vorbereitungen. (Foto: Haus der Geschichte)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ende Januar 2017 war es soweit: Der Aufbau der Ausstellung „Überlebens-geschichten“ im Haus der Geschichte begann und zwar zunächst mit dem Ausräumen des bisherigen Baden-Württemberg-ABCs. Mit einem Glassauger, einem kleinen Kran mit vier Saugnäpfen, wurden die schweren Glashauben der Vitrinen angehoben und anschließend vorsichtig die bisherigen ABC-Objekte herausgeholt.

Schon seit mehreren Wochen haben die Mitarbeiter der Abteilungen Sammlung und Medientechnik Tonaufnahmen und Bilder bearbeitet, Sockel und Halterungen gestaltet und überlegt, wie man die verschiedenen Objekte präsentieren kann. Eine knifflige Aufgabe bei einem breiten Rollstuhl, einem zwei Meter langen Transparent und einer klitzekleinen SIM-Karte. Für ein Objekt, das somalische Kleid in Vitrine D, wurde gleich eine neue, höhere Glashaube benötigt, um es in voller Länge zeigen zu können.

Allerlei Gerätschaften waren für den Aufbau notwendig: vom Maßstab über den Fensterwischer bis zum Zahnarzt-Messer. Der Aufbau fand während der Schließzeiten statt, und es wurde an allen Ecken und Enden parallel gearbeitet. Während das Sammlungsteam die Sockel vorbereitete, öffneten die Handwerker bereits die nächsten Vitrinen, das Reinigungspersonal sorgte für streifenfreien Glanz und die Techniker kümmerten sich um das Licht, den Ton und die Bilder.

Nach und nach wurden die wertvollen Exponate vorsichtig mit weißen Handschuhen aus ihren Kartons geholt und auf durchsichtige Sockel gestellt, in Gläser gefüllt oder mit Hilfe von Figurinen in Form gebracht und auf Ständern aufgehängt.

Das somalische Kleid für die Vitrine D – Dhar. (Foto: Haus der Geschichte)
Der Fußballpokal für die Vitrine W – Wohnen wird auf einem Sockel befestigt. (Foto: Haus der Geschichte)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es wurde genau abgemessen, wo der Fußballpokal in der Vitrine W und das Gemälde in Vitrine U stehen sollen, der Chador mehrfach gefaltet bis er perfekt lag, die Figurine mit Polstern versehen, damit das Kleid in Vitrine D gut sitzt und der Imkerhut in Vitrine V so gehängt, dass die Besucherin sich vorstellen kann, wie man ihn trägt und nutzt. Zuletzt rückte dann wieder der Glassauger an, um die fertige Vitrine zu schließen. Welche Geschichten die Objekte in den neu gestalteten Vitrinen erzählen, können die Besucher bei der Eröffnung der Ausstellungsintervention am 19. Februar um 14 Uhr herausfinden!