Praktikum in der Öffentlichkeitsarbeit im Museum

Shawket Ali Sahil neben seiner Vitrine

2016 habe ich an der Ausstellungsintervention „Überlebensgeschichten von A bis Z. Dinge von Geflüchteten“ teilgenommen. So habe ich das Museum kennen gelernt. Besonders interessiert hat mich die Arbeit im Pressebereich.

 

Von 26.06 bis 21.07.2017 habe ich im Haus der Geschichte Baden-Württemberg ein Praktikum in den Abteilungen Presse und Öffentlichkeitsarbeit und Museumspädagogik gemacht. Da habe ich mit sehr netten Kolleginnen und Kollegen zusammen gearbeitet. Am ersten Tag habe ich mit Frau Reinlaßöder eine Vorstellungsrunde gemacht und dabei alle Kolleginnen und Kollegen kennengelernt. Danach habe ich mit der Arbeit angefangen.

Das war für mich ein bisschen anstrengend. Aber Herr Schaller und Frau Meißner haben mir geholfen. In dieser Zeit habe ich Flyer korrigiert und ausgeteilt, sowie Online-Kalender bearbeitet. Außerdem habe ich Pressemitteilungen geschrieben.

Für den Arbeitsbereich Bildung und Vermittlung habe ich eine Ideensammlung zu Themenführungen erarbeitet und mich dabei besonders mit dem Museum der Gegenwart beschäftigt.

Das ist für mich sehr gut: Ich habe viel über die deutsche Geschichte erfahren und dabei auch viele neue deutsche Wörter gelernt. In dieser Zeit habe ich auch viele neue Erfahrungen gesammelt. Diese Erfahrungen helfen mir in der Zukunft.

Shawket Ali Sahil, Journalist und Physiklehrer an einer High-School für Mädchen und Jungen in Afghanistan.

Das Leben der Frauen in Afghanistan ist voller Gewalt

Wegen Turbulenzen in den letzten drei Jahrzehnten sind die Frauenrechte immer in einem ernsten Zustand. Unter verschiedenen Herrschern, darunter den Mudschaheddin und den Taliban, gibt es immer Gewalt gegen Frauen. Frauen versuchen in einer männlich dominierten Gesellschaft mit einem hohen Maß an Gewalt gegen Frauen Rechte in Afghanistan zu bekommen. Ich möchte die afghanische Realität schildern. In Afghanistan leben die Frauen in einem Umfeld in dem die Verletzung und Missachtung ihre Rechte ganz alltäglich ist. In der Verfassung der Islamischen Republik Afghanistan steht, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte haben. Das ist aber leider nur auf dem Papier so. Das wird oft nicht praktiziert. Zusätzlich zu all den oben genannten Nachteilen für die erwachsenen Frauen passiert es, dass sie von mächtigen und reichen Menschen oder auch Imamen (Vorbeter in der Moschee) vergewaltigt werden. Danach werden sie weggejagt oder gezwungen diese Leute zu heiraten. Oder sie werden für die erfahrene Vergewaltigung von den Taliban verantwortlich gemacht und zu Tode gesteinigt. Diese Einstellung ist absolut unmenschlich. Frauen dürfen nicht allein reisen. Shokria Tabassum, neun Jahre alt, war mit zwei älteren Frauen unterwegs. In Zabul haben die Taliban ihnen die Köpfe abgeschnitten. Und Verbunde, ein junges Mädchen aus Kabul, wurde wegen des Vorwurfs, sie hätte den Koran beleidigt, von einem Mob getötet. Aber es war nicht richtig, sondern sie hat zu einem Mann gesagt, dass er ein Zauberer sei. Aber die Regierung und Polizei in Kabul zeigte keine Reaktion. Nach dem Tod wurde der Körper des Mädchens verbrannt. Viele andere erleiden Verletzungen, wie das Sprühen von Säure auf ihr Gesicht oder das Abschneiden von Ohren oder Nase. Es gibt so viel Gewalt! Und dazu kommt noch, dass junge Mädchen im Alter zwischen 13 bis 16 Jahren von mächtigen Menschen z. B. von Beamten oder auch Imamen vergewaltigt werden. Aber leider zeigt die Regierung keine Reaktion und unternimmt nichts gegen diesen Unrecht. Missbrauch gibt es auch an Hochschulen und in Regierungsbüros und auch auf den Straßen, wenn Mädchen alleine unterwegs sind und sexuell belästigt werden.

Was sind die Ursachen der Gewalt?

Erhebliches Gewicht haben folgende Faktoren: Analphabetismus, mangelnde Sicherheit, Sucht, Kultur der Straflosigkeit, Korruption, Mangel an Vertrauen in den Institutionen der Gerechtigkeit und schlechte Traditionen in Afghanistan und religiöser Zwang.

 Shawket Ali Sahil: Journalist und Physiklehrer an einer Highschool (Gymnasium) für Mädchen und Jungen in Afghanistan. 2016 hat er an der Ausstellungsintervention „Überlebensgeschichte von A bis Z. Dinge von Geflüchteten“ teilgenommen. „Mit meinem Text möchte ich meine Eindrücke bezüglich der Situation für Frauen in Afghanistan schildern“.

زندگی زنان در افغانستان پر از خشونت است  

زندگی زنان در افغانستان (خشونت علیه زنان :حقوق زنان در افغانستان به علت آشفتگی های زیاد که در سه دهه گذشته در افغانستان حاکم است، همیشه در حالت وخیم بوده است از طریق حاکمان مختلف ااز جمله مجاهدین وطالبا، زنان تلاش کردن برای بدست آوردن آزادی واصلاح یک جامعه مرد سالاری نمودند حتی امروز میزان خشونت علیه زنان در افغانستان بسیار بالااست. این جانیب لازیم دانستم تا منحیث یک فرد افغان واقعیت ها را به گوش جهانیان بیرسانم، خواهران محترمه وبرادرن محترم ،زنان افغانستان در محیط زندگی میکند که از تحصیل باز مانده حقوق شان کاملا پاافتاده است در قانون اساسی جمهوری اسلامی افغانستان آمده است که زن ومرد دارایی حقوق مساوی میباشد اما متاسفانه تا به حال فقط بروی گاغذ بوده هیچگاه عملی نشده است. علاوه بر اینکه  همه مشکلات  بالای این قشر جامعه فشار آورده است ،زنان از طرف افراد زورمند ومولا ها تجاوز جنسی شده یا بشکل زور به ازدواج چنین افراد در میاید ویا به بهانه های گوناگون ازسوی   طالبان سنگسار میشود کی این عمل ورفتار کاملا غیر انسانی میباشد شکریه تبسم دختر ۹ساله در سال ۱۳۹۴ از طرف گروه بنام طالبان در ولایت زابل گردن بوریده شد. فرخنده دختر جوان دیگر در کابل از سوی افراد به شهادت رسید از طرف یک تایس نویس به بهانه اینکه این دختر به قرآن توهین کرده اما متاسفانه پولیس کابل هیچ همکاری نکرده بلکه پولیس با مردم همکاری کرده بعد جست این این دختر جوان را به آتش میکشد آیا تا این اندازه خشونت علیه زنان؟  مشکلات دیگری که دامنگیر حقوق زن است دختران کوچک بین سن های ۱۳ الی ۱۶ توسط افراد زورمند ، پولدار،  افراد کی در رس دولت ،قشر بنام مولا هم به تجاوز جنسی وادار میشود اما متاسفانه از طرف دولت افغانستان هیچگونه واکنش نیشان داده نشوده است. واگر درسطح دانشگاه های افغانستان نظر هم زنان دختران محصیل دارای مشکلات فراوان میباشد از طرف استادان بهانه های مختلف تحقیر شده یا در خواستی خوابی شده. ویا هم در اورگان های دولتی افغانستان همواره این قشری جامعه مورد آزار و اذیت قرار میگرد در بخش را پیدا کردن در اورگان های دولتی هم برای این قشری سخت است چون همیشه از طرف آنهایی که در پایه های بلندی دولتی در خواست به به انجام دادن یک کاری  دور از انسانیت میشود اما متاسفانه هیچگونه تغییری مثبت بجود نیامده. مشکلات دیگری دامنگیر این قشر از جامعه است مشکلات در داخل شهر از طرف رانده های تاکسی موردی آزار و اذیت قرار میگرد.

دلایل خشونت علیه زنان در افغانستان چیست: بیسوادی، نبود امنیت، اعتیاد، فرهنگ معافیت از مجازات، فساد اداری، بی اعتمادی به نهادهای عدلی و قضایی ونسنت های ناپسند در افغانستان.

 شوکت علی  ساحل: ژرنالیزم و استاد فیزیک دریکی از لیسه های های دختران و پسران در افغانستان بودم. درسالی ۲۰۱۶ در موزیم تاریخچه بادن ورتمبرگ در یک برنامه نمایشگاهی  رابطه با تاریخ زندگی از حرف الف الی حرف یا . در رابطه مهاجرین  اشتراک کرده بودم. „با این متن خود میخواهم برداشت خود رابطه به شرایط در افغانستان بیان نمایم“.

Weltflüchtlingstag im Haus der Geschichte

Am 20. Juni 2017 veranstaltet das Museum gemeinsam mit den geflüchteten Projektbeteiligten einen Thementag zum Internationalen Tag des Flüchtlings. Es werden Workshops für Schulklassen, Führungen und Gespräche in der Ausstellung, Vorträge zu Asylrecht und Flucht, ein Podiumsgespräch sowie ein Konzert von iranischen und syrischen Musiker*innen angeboten.

 

Das genaue Programm findet sich hier:  Weltflüchtlingstag_Programm

Kleider und Tradition in Somalia

Samiira Abdi Ibrahim präsentierte am Sonntag, 14. Mai modeinteressierten Frauen traditionelle Kleidung aus ihrer Heimat Somalia. Als erstes zeigte Samiira Abdi Ibrahim sich in einem aufwendig gewickelten Kleid aus Baumwolle. Die Farben, Rot, Gelb und Orange, wie das Muster sind bei diesem Kleid, das zur Hochzeit getragen wird, fest vorgegeben und variieren von Kleid zu Kleid nur leicht. Zu diesem Kleid gehört ein handgemachtes Gefäß aus Holz, in dem Kamelmilch bei der Hochzeit aufbewahrt und den Gästen gereicht wird.

Traditionelles somalisches Hochzeitskleid. (Foto: Haus der Geschichte)

Das zweite Ensemble, welches zu festlichen Anlässen getragen wird, besteht aus drei Teilen: einem mit Perlen reich verzierten Unterrock aus Seide, dem gorgorad, dem darüber getragenen dirac, einem gemusterten, leicht durchsichtigen Oberteil mit quadratischem Schnitt, und dem garbasaar, einem großen, reich verzierten Kopftuch. Der bodenlange dirac wird ein Stück in den Unterrock gesteckt, um ihn etwas zu raffen.

Festlicher dirac. (Foto: Haus der Geschichte)

Zuletzt zeigte Samiira Abdi Ibrahiim ein weit geschnittenes, orange-gelbes Kleid, das somalische Frauen im Alltag tragen. Kleider in kräftigen Farben und bunten Mustern und Prints, teils mit Pailletten, Perlen und glitzernden Fäden verziert sind bei somalischen Frauen sehr beliebt.

Samiira Abdi Ibrahim in einem somalischen Alltagskleid. (Foto: Haus der Geschichte)

Samiira Abdi Ibrahim stellte die Kleider vor, erzählte von den Anlässen zu denen man diese tragen kann, von somalischen Hochzeitsbräuchen wie dem Schmücken der Arme und Hände mit Henna und von der Lebensweise von somalischen Frauen in Somalia sowie Deutschland. Abschließend berichtete die junge Frau von ihrer gefährlichen Flucht über das Mittelmeer. Die Vitrine D wie Dhar (auf Somali: Kleidung) zeigt das Kleid, das Samiira Abdi Ibrahim auf dem Weg nach Baden-Württemberg getragen hat.

Foto: Haus der Geschichte

Die Besucherinnen der Modenschau waren sehr interessiert und stellten zahlreiche Fragen zur Mode und Tradition in Somalia. Unterstützt wurde Samiira Abdi Ibrahim von Naima Qasim als Übersetzerin und ebenfalls aus Somalia stammenden Freundinnen, die ihr beim Anziehen der Kleider halfen. Im Anschluss drapierten diese die Kleider auf Figurinen, sodass die Besucherinnen die farbenfrohen Stoffe, funkelnden Perlen und schwierigen Wickeltechniken aus der Nähe bewundern konnten.

Samiira Abdi Ibrahim und ihre Übersetzerin Naima Qasim (Foto: Haus der Geschichte)

When Surviving Bonds and Bridges

A text from Zeina Elcheikh

„Museum objects already often hold the potential for telling new memory stories, and especially for making connections between continents and between times, thus allowing for objects to be re-presented into new, perhaps more connective, displays.“

Sharon Macdonald*

Political instability and armed conflicts have ravaged several countries, creating a tragic picture of trauma and hopelessness. These turbulent situations have also been accompanied by a flood of people seeking a safe haven, peace and dreams, out of and far away from their home(s). The flow of refugees and asylum seekers, that has struck Europe in general and Germany in particular, has not only stormed the political scenery with debates of pro and contra. It has also reached the social and cultural landscape, generating a complex and, sometimes, polarized questions of rights and belonging.

Today, the wave of newcomers in Baden-Württemberg is adding a new chapter to the state’s modern history. They are telling diasporic stories of survival. These narratives are gathered to produce a voice for refugees and asylum seekers, through the exhibition „Überlebensgeschichten von A bis Z“ in Haus der Geschichte Baden-Württemberg. A display that goes beyond the conventional dominion of museum collections.

Why looking at a used pair of shoes? What is interesting in a mobile prepaid SIM card? What is so special about a secondary school certificate? 26 objects with 26 unusual stories are being showcased. Despite the different origins and backgrounds, the exhibited objects share two aspects. First, the foreignness of the objects originating from the old Heimat to their new context. Second, the location of the new meaning(s) of „being here“. Both are creating a floating realm of „placelessness“, where a lot is taking place. Home and memory are trying to settle down. Connections and links are seeking to intensify and extend.

The participatory exhibition „Überlebensgeschichten von A bis Z“ and its accompanying tours curated by the „survivors“ themselves generate a new channel of communication: a sort of discourse expanding through time and space. A dialogue with two facets: bonding the several groups of newcomers together, and bridging them with the new milieu.

Refugees and asylum seekers share the same experience of escaping death and hopelessness. This drastic experience strongly bonds them together, beyond any arguments of color, ethnicity, belief or political view. On the other hand, and despite the strangeness of language and culture, bridges are being built. The host community itself, knew what the smell of death and horror is like, and what surviving does mean. To ask again: Why looking at a used pair of shoes? What is interesting in a mobile prepaid SIM card? What is so special about a secondary school certificate? It is not about looking and hearing. It is about seeing and listening.

What will happen to the survivors and their objects? Only time could tell. Yet, there will still be stories to tell about people and objects, and how surviving can bond and bridge.

* Sharon Macdonald (2013), Memorylands: Heritage and Identity in Europe Today, Routledge.

Zeina Elcheikh is a PhD-student at Stuttgart University and works as a guide at the Haus der Geschichte Baden-Württemberg. She supported the exhibition project as a translator.

Arabisch-Workshop im Haus der Geschichte

Der Seminarraum war am Samstag, den 01. April 2017, voll mit Teilnehmer*innen, die alle neugierig auf die arabische Sprache waren.

Workshopteilnehmer*innen im Seminarraum im Haus der Geschichte (Foto: Haus der Geschichte Baden-Württemberg)
Die Workshopleiterin Siba Naddaf erläutert die Besonderheiten der arabischen Schrift (Foto: Haus der Geschichte Baden-Württemberg)

Über eineinhalb Stunden haben sie die arabische Sprache kennengelernt und von der Workshopleiterin Siba Naddaf gelernt wie sie ihren Namen auf Arabisch schreiben können. Der Workshop bestand aus zwei Teilen, nämlich aus Theorie und Praxis und gilt als besonders für deutsche Sprachlerner passgenaue Einführung ins Arabische. Unter den angesprochenen Themen wurde ein Vergleich zwischen der arabischen und der deutschen Sprachen auf mehreren Ebenen gezogen. Die Teilnehmer*innen haben die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen, sowohl dem arabischen und dem deutschen Alphabet, als auch der arabischen und der deutschen Grammatik erfahren. Großes Interesse hatten sie auch an bestimmten Inhalten des Workshops, wie beispielsweise an die aus dem Arabischen stammenden deutschen Wörtern, der Herkunft der Zahlen und dem Geheimnis hinter der Eignung der arabischen Schrift für die Kunst. Mithilfe von Erläuterungsblättern zur Schreibanweisung ist es den meisten Teilnehmern am Ende des Workshops gelungen ihre eigenen Namen auf Arabisch fehlerfrei zu schreiben. Bestätigt haben aber letztendlich alle Teilnehmer, dass sie viel Neues nicht nur über Arabisch, sondern tatsächlich auch über Deutsch gelernt haben!

لمحة عن ورشة العمل التعريفية باللغة العربية:

امتلأت قاعة الحلقات الدراسية يوم السبت الأول من نيسان/أبريل بما يفوق العشرين شخصاً جمعهم معاً فضولهم للتعرف على اللغة العربية. دامت الورشة تسعين دقيقة تعرف خلالها المشاركون والمشاركات على اللغة العربية عن قُرب و استطاعوا أخيراً كتابة أسمائهم بأنفسهم. يمكن اعتبار ورشة العمل بجزأيها النظري والعملي مقدمةً معدةً بشكلٍ خاصٍ لتلائم الراغبين بتعلم اللغة العربية من الألمان. حيث كان أحد المواضيع التي نُوقِشَت في ورشة العمل مقارنةً بين اللغتين بينت للمشاركين أوجه الاختلاف و الشبه بين اللغتين العربية و الألمانية على مستوى الأبجدية و النحو. على رأس الموضوعات التي أثارت اهتمام الحاضرين نذكر: الكلمات الألمانية ذات الأصل العربي، أصل الأرقام و السر الكامن وراء إمكانية تسخير الخط العربي لأغراض فنيةٍ جماليةٍاختُتِمَت ورشة العمل بتوزيع جداولَ توضيحيةٍ على جميع المشاركين والمشاركات كان من شأنها أن تُمكِّنهـم من كتابة أسمائهم بأنفسهم بشكلٍ صحيحٍ باللغة العربية. أجمع رواد ورشة العمل في نهاية المطاف أنهم قد تعلموا الشيء الكثير  ليس عن اللغة العربية فحسب بل وعن لغتهم الأم أيضاً

Houssam Karahamo: Mein Weg von Aleppo nach Weissach

Houssam Karahamo bei seinem Vortrag im Haus der Geschichte (Foto: Haus der Geschichte)

 

 

 

 

 

 

 

It is very difficult to explain what immigration is: to leave your country, family, work, home, your friends…
To lose everything and to escape from the dirty war in your country.
To start to a new life like you are new born now. New land, language, people, job and so on.  But you will learn more and more. During my road from Aleppo to Baden-Württemberg, I met more helpful people than I could ever imagine and I was overwhelmed by their hearts and their emotions.

من الصعب جدا ان نعرف ماذا تعني الهجرة .

ان تترك بلدك،عائلتك،عملك،منزلك،اصدقاؤك….الخ

ان تفقد كل شيء لتنجو من حرب قذرة في بلدك،لتبدأ حياة جديدة كما لو أنك ولدت من جديد.

بلد ،لغة، أناس ،عمل….. كل شي جديد بالنسبة لك.

لكنك ستتعلم الكثير والكثير .

خلال هجرتي من حلب الى بادن فدنبرغ قابلت الكثير من الناس

الذين قدمو لنا يد المساعدة لتلامس قلوبهم وتشعر بمشاعرهم

Es ist sehr schwierig, zu erklären, was Auswanderung und Einwanderung bedeuten. Dein Heimatland, deine Familie, deinen Arbeitsplatz, dein Zuhause, deine Freunde…für immer zu verlassen; alles zu verlieren und vor dem schrecklichen Krieg in deinem Heimatland zu fliehen. Ein neues Leben zu beginnen, als ob du gerade erst geboren wurdest. Neues Land, unbekannte Sprache, neue Leute, neue Arbeit. Aber du wirst alles Schritt für Schritt lernen. Auf meinem Weg von Aleppo nach Baden-Württemberg traf ich mehr hilfsbereite Menschen, als man sich vorstellen kann. Sie überwältigten mich mit ihrer Herzlichkeit und ihrem Mitgefühl.

Der Vortrag fand viele interessierte Zuhörer*innen (Foto: Haus der Geschichte)

Beitrag des Refugee Radio über die Ausstellung „Überlebensgeschichten“

Das Refugee Radio berichtete in der Sendung vom 28. Februar 2017 über die Ausstellungsintervention „Überlebensgeschichten von A bis Z“.

Das Refugee Radio des Freien Radios für Stuttgart ist selbst Teil der Ausstellung. Die erste Sendung des Radios ist in der Vitrine L – Listen zu hören.

Redaktionsteam im Studio des „Refugee Radio“ im Freien Radio für Stuttgart

 

Das Refugee Radio ist am ersten bis vierten Dienstag im Monat von 17 bis 18 Uhr in Stuttgart mit Antenne unter 99,2 MHz und via Kabel unter 102,1 MHz zu hören.

Hallo Syrien, Hallöchen Deutschland

Nour Katab führt bei der Eröffnung am 19. Februar die Besucherinnen durch die Austellung. (Foto: Haus der Geschichte/ Werner Kuhnle)

Ich heiße Nour, bin 22 Jahre alt und Student des Bauingenieurwesens an der Hochschule in Biberach. Ich bin hier seit einem Jahr und 5 Monaten. Das war am Anfang schwierig mit dem Deutsch lernen, aber wichtig, dass man an seine Zukunft denken soll und niemals aufgeben. Das braucht nur Zeit und Geduld. Ich bin heilfroh, dass ich einen Studienplatz bekommen habe. Ich habe meine eigene Wohnung mit meiner Familie, einen Führerschein und bald ein Auto. Ich hab alles eingerichtet und es läuft genau nach Plan. Das hat mich sehr gefreut, dass ich an diesem Projekt teilnehmen durfte.

Ich möchte mich bei allen für Ihre Mühe bedanken.

Ich wünsche allen alles Gute und viel Erfolg.

Siba Naddaf: Perspektiven auf die Ausstellung

Vitrine B – Barriere, (Foto: Haus der Geschichte/Werner Kuhnle)

Mein Name ist Siba Naddaf, ich komme aus Syrien und wohne seit ungefähr drei Jahren in Stuttgart. Vor Stuttgart habe ich einen Monat lang in Karlsruhe gewohnt, in einer Asylunterkunft, wo ich als Flüchtling und Rollstuhlfahrerin eine schwere Zeit erlebt habe. Und von dem Erlebnis in Karlsruhe wurde in diesem Ausstellungsprojekt in der Vitrine B berichtet. B steht hier für Barriere. Barrieren, die ich immer noch erlebe. Was ich in Karlsruhe erlebt habe, erlebe ich leider heute noch.

Erlauben Sie mir hier, Ihnen eine kurze Geschichte zu erzählen. In Karlsruhe habe ich in einem Zimmer im ersten Stock gewohnt. Im Haus gab es einen Aufzug. Den durfte ich aber nicht verwenden. Damals war es Frühling und im Garten war alles schön. Ich wollte den Frühling genießen, wie alle andere Menschen. Ich wollte die Bäume und die Blumen im Garten sehen, und die Vögel auch. Ich konnte aber nicht. Alle konnten nachmittags in den Garten gehen, und ich bin in meinem Zimmer geblieben. Ich habe von meinem Fenster aus nur Fotos gemacht. Die dortigen Mitarbeiter durften den Fahrstuhl nutzen. Ich durfte aber nicht und das habe ich damals nicht verstanden. Das verstehe ich immer noch nicht.

Siba Naddaf und ihr Verlobter bei der Ausstellungseröffnung. (Foto: Haus der Geschichte/Werner Kuhnle)

Mein Verlobter, der vor über einem Jahr aus Syrien geflüchtet ist, und der vor allem nach Deutschland gekommen ist, weil ich in Deutschland bin, und weil wir zusammen leben wollen und endlich miteinander sein wollen, wohnt seither in einem anderen Bundesland. Am Münchner Bahnhof wurde er bei seiner Ankunft in ein anderes Bundesland verteilt, nach Nordrhein-Westfalen und er darf jetzt nicht zu mir umziehen. Sie wissen vielleicht schon, dass vor einigen Monaten neue Gesetze erlassen wurden, nach denen anerkannte Flüchtlinge nicht in ein anderes Bundesland umziehen dürfen. Klar und verständlich, dass die Gesetze erlassen worden sind, damit die neu Kommenden nicht alle in den gleichen Stadtvierteln wohnen und die Chance haben, sich gut in die deutsche Gesellschaft zu integrieren und vor allem die deutsche Sprache zu erlernen. Und damit bin ich einverstanden.

Das gilt aber nicht für alle. Das gilt nicht für uns. Mein Verlobter und ich haben keine Integrationsprobleme. Ich bemühe mich, die deutsche Sprache richtig gut zu lernen und mein Verlobter auch, obwohl er noch nicht einen Deutschkurs besucht. Alles, was wir wollen, ist einfach miteinander leben zu können. Mein Verlobter wurde vor kurzem als Flüchtling anerkannt. Obwohl er schon das Amt in der persönlichen Anhörung wissen hat lassen, dass wir verlobt sind und miteinander sein wollen, wurde das nicht berücksichtigt. Statt dass er einen Bescheid bekommt, in dem steht, dass es ihm erlaubt ist, zu mir umzuziehen, hat er gleich nach der Anerkennung einen Bescheid bekommen, dass er den Wohnsitz nicht verlassen darf.

Die Situation, die ich in Karlsruhe erlebt habe, erlebe ich nun noch einmal. Jetzt wohne ich in Stuttgart allein in meiner Wohnung. Mein Verlobter wohnt seit eineinhalb Jahren in einem anderen Bundesland. Das Zusammenleben mit ihm ist der Frühling, den ich in Karlsruhe nicht genießen konnte. Der Aufzug ist auch vorhanden. Aber wir dürfen ihn wegen eines Gesetzes nicht verwenden. Der Umzug ist nicht möglich wegen eines Gesetzes. Ich darf mit meinem Verlobten nicht leben und ich verstehe das nicht. Mit Hoffnung und Mut und vor allem mit Glauben an das Menschenrecht auf Gleichberechtigung, versuche ich diese Barriere zu überschreiten und bin aller Hoffnung, dass meine Worte die Ohren derjenigen, die die Macht haben, uns zu erlauben, diesmal den Aufzug zu benutzen, erreichen.

Zum Schluss möchte ich Deutschland für alles danken, was es für uns getan hat. Ich möchte auch Frau Sophie Reinlaßöder und Frau Dr. Caroline Gritschke dafür danken, dass sie mir die Chance gaben, an diesem tollen Ausstellungsprojekt mitzumachen. Ich bin immer gerne im Haus der Geschichte und finde es das tollste Museum in Stuttgart! Ich wünsche Ihnen auch einen schönen Besuch. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.